C’est la France

Sieben Dinge, die ich in Frankreich schätze:

  1. Höflicher Umgang ist an der Tagesordnung: Bonjour Madame, Pardon Madame, Bonne journée Madame und Augenkontakt mit einem Lächeln sind selbstverständlich. Beim Überqueren des Zebrastreifens bedankt man sich beim wartenden Autofahrer und in jedem Laden wird man freundlich begrüßt und auch ohne Kauf mit einem Dank für den Besuch verabschiedet. Insgesamt plaudert man gern miteinander.
  2. Bises (singl. Bisou), die französischen Wangenküsschen, tauscht man in der Regel mit allen aus, denen man vorgestellt wird oder begegnet. Es gibt regionale Unterschiede, in der Bretagne wird zweimal geküsst, im Süden dreimal, in Lyon oft nicht. Frauen werden meist geküsst, Männer geben sich auch oft die Hand, aber eine eindeutige Regel gibt’s nicht. In manchen Familien begrüßt man sich jeden Morgen mit Bises und viele verabschieden sich mit einem „Bisou“ von Vertrauten am Telefon.
  3. Die häufigste Frage in Frankreich ist: Qu’est-ce qu’on mange? – Was essen wir? Die Franzosen verbringen jeden Tag durchschnittlich 2 1/4 Stunden mit Essen und Trinken und sie lieben das Picknicken. Das Essen wird oft gemeinschaftlich, auch während des Aperos zubereitet. Trotz Baguette, Käse, Crêpes und Vier-Gänge-Menus gelingt es ihnen schlank zu bleiben.
  4. Lebensmittel sind wichtig. Produkte aus Frankreich werden bevorzugt und sind deutlich gekennzeichnet. Beliebt ist es auf dem Markt einzukaufen, am besten direkt beim Produzenten. Für den Einkauf bringt man nicht nur seine Kreditkarte, sondern auch Zeit mit, für’s Warten, für einen Kaffee oder einen Wein, zu jeder Tageszeit.
  5. Kaffee scheint mir das wichtigste französische Getränk zu sein. Der Espresso heißt hier „Expresso“, man bekommt ihn aber auch, wenn man einfach einen „café“ bestellt. Er wird auch gerne das ganze Jahr über draußen getrunken. Nirgendwo gab es den „café au lait“ in einer Schale (Wo dieses Klischee her?). Die meisten Franzosen trinken ihren Kaffee schwarz. Wer einen Milchkaffee möchte, bestellt einen „café crème“.
  6. Flexibilität und Gelassenheit. Regeln, vor allem Verkehrsregeln für Fußgänger und Radfahrer, sind mehr Empfehlungen als Gesetz. Niemand bleibt an einer roten Ampel stehen, wenn kein Auto in Sicht ist. Fußgänger auf dem Fahrradweg? Da fährt man drumrum. Ein Auto parkt auf dem Gehweg? Da geht man dran vorbei. Man macht sich und anderen das Leben nicht unnötig schwer und bleibt überwiegend ruhig.
  7. Der Apéro ist ein ungezwungenes Zusammensein zwischen dem Ende aller Tagesaktivitäten und dem Abendessen, um gemütlich und in Gesellschaft im Feierabend anzukommen. Man trinkt einen Aperitif, isst ein paar Knabbereien und plaudert. Er findet in der Kneipe statt oder zuhause und kann auch nur ein Stündchen dauern.

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